Xiaomi steht wegen Ansprüchen auf Motorhauben von Elektrofahrzeugen vor Gericht

Xiaomi wehrt sich vor Gericht gegen Vorwürfe, es habe Verbraucher hinsichtlich der Leistungsvorteile einer optionalen Kohlefaser-Motorhaube für sein Elektrofahrzeug SU7 Ultra in die Irre geführt. Der Fall, der am 20. November 2025 vor dem Volksgericht des Bezirks Nanjing Qinhuai verhandelt wurde, dreht sich um Behauptungen, dass die 5.900 US-Dollar teure Haube – die für ihre Luftstromfähigkeiten beworben wird – nicht die versprochenen Kühl- und Effizienzverbesserungen lieferte.

Der Streit: Leistung vs. Realität

Die Kontroverse brach aus, nachdem mehrere SU7 Ultra-Besitzer und unabhängige Tester festgestellt hatten, dass die Luftstromvorteile der Haube unter realen Bedingungen minimal waren. Obwohl sie als funktionsfähig für die Kühlung von Radnaben vermarktet wurde, ergaben Zerlegungsanalysen, dass das Innendesign der Serienhaube dem einer Standardhaube ähnelte, mit nur geringfügiger Gewichtsreduzierung. Diese Diskrepanz führte zu über 100 formellen Klagen und zahlreichen Verbraucherbeschwerden. Xiaomi behauptet, dass die Haube optional war und dass frühe Social-Media-Beiträge umgehend korrigiert wurden, was jede Absicht zur Irreführung negiert.

Gerichtsargumente und Rechtsverteidigung

Während der Beweisanhörung legte Xiaomis Rechtsteam technische Unterlagen, einschließlich Windkanaltests, vor, um die behauptete Leistung der Haube zu untermauern. Sie argumentierten, dass die Haube kein notwendiger Kauf sei und dass etwaige anfängliche Falschangaben schnell korrigiert wurden. Die Anwälte der Kläger und Rechtsbeobachter schlagen jedoch vor, dass diese Materialien gründlich geprüft werden, um festzustellen, ob sie Xiaomis Werbeaussagen bestätigen und ob die Korrekturen ausreichten, um Verwirrung bei den Verbrauchern zu verhindern. Das Gericht verschob das Urteil und forderte von beiden Seiten weitere Beweise.

Separates Urteil: Verbraucherbetrug bestätigt

Zufällig erließ das Mittlere Volksgericht Suzhou am selben Tag ein Urteil zweiter Instanz in einem verwandten Fall. Das Urteil bestätigte ein früheres Urteil, in dem Xiaomi in einem separaten Fall wegen Verbraucherbetrugs haftbar gemacht wurde, und verurteilte das Unternehmen dazu, einem einzelnen Kläger 21.949 USD an Rückerstattungen, Schadensersatz und Anwaltskosten zu zahlen. Dieser Schiedsspruch ist spezifisch für den Einzelfall und gilt nicht automatisch für alle Kläger.

Warum das wichtig ist

Dieser Rechtsstreit wird von Autoherstellern, Verbraucherschützern und Regulierungsbehörden genau beobachtet. Das Ergebnis wird Präzedenzfälle für die Bewertung von Marketingaussagen im Zusammenhang mit optionalen Hochleistungsfahrzeugkomponenten, der Beweiskraft von Herstellertests und den verfügbaren Rechtsmitteln für Verbraucher bei Streitigkeiten im Automobilbereich schaffen. Der Fall wird wahrscheinlich Einfluss darauf haben, wie optionale Komponenten in Chinas schnell wachsendem Elektrofahrzeugsektor gefördert und rechtlich angefochten werden.

Dieser Fall verdeutlicht die zunehmende Prüfung der Leistungsansprüche der Hersteller von Elektrofahrzeugen, insbesondere im Hinblick auf Premium-Zusätze. Die Entscheidungen der Gerichte werden zukünftige Marketingpraktiken und Verbraucherschutzmaßnahmen in der Branche beeinflussen.