Ein neues Gesetz, das im US-Repräsentantenhaus eingeführt wurde, zielt darauf ab, das Verbot von in China hergestellten vernetzten Fahrzeugen dauerhaft zu kodifizieren und zivilrechtliche Strafen von mindestens 1,5 Millionen US-Dollar für Verstöße vorzusehen. Der Gesetzentwurf mit dem Titel Connected Vehicle Security Act zielt darauf ab, Schlupflöcher zu schließen, die den Eintritt chinesischer Automobiltechnologie in den amerikanischen Markt ermöglichen könnten, und verstärkt damit die zuvor von der Biden-Regierung ergriffenen Maßnahmen.
Der von Rep. John Moolenaar (R-MI), Vorsitzender des Sonderausschusses für China, und Rep. Debbie Dingell (D-MI) gesponserte Vorschlag zielt nicht nur auf Autos, sondern auf das gesamte Ökosystem der vernetzten Fahrzeugtechnologie. Der Gesetzentwurf verbietet die Einfuhr, Herstellung, den Verkauf und die Einführung vernetzter Fahrzeuge, die von „gedeckten ausländischen Gegnern“ stammen oder von diesen kontrolliert werden, eine Liste, die ausdrücklich China, Russland, Nordkorea und den Iran umfasst.
Ein schrittweiser Implementierungszeitplan
Die Gesetzgebung sieht einen strengen, zweistufigen Durchsetzungsplan vor, um die Einhaltung der Branchenvorschriften sicherzustellen:
- 1. Januar 2027: Ein Verbot der Software für vernetzte Fahrzeuge in Verbindung mit den genannten Ländern tritt in Kraft.
- 1. Januar 2030: Das Verbot wird auf vernetzte Fahrzeug-*Hardware ausgeweitet.
Um diese Regeln durchzusetzen, weist der Gesetzentwurf den Handelsminister an, ein Konformitätserklärungsverfahren einzurichten. Dieser Mechanismus würde von den Herstellern verlangen, nachzuweisen, dass ihre Fahrzeuge und Komponenten nicht auf eingeschränkter ausländischer Technologie basieren. Darüber hinaus würde ein verbindlicher Entscheidungs- und Beratungsmechanismus geschaffen, um die Branche bei der Bewältigung der Compliance-Anforderungen zu unterstützen.
Hohe Strafen bei Nichteinhaltung
Die finanziellen Risiken bei Verstößen gegen das Gesetz sind erheblich. Jeder Verstoß wird mit einer zivilrechtlichen Strafe von mindestens 1,5 Millionen US-Dollar oder dem Fünffachen des Transaktionswerts geahndet, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Entscheidend ist, dass der Gesetzentwurf vorsieht, dass jeder Tag, an dem ein Verstoß andauert, als eigenständige Straftat gilt, wodurch sich die Geldstrafen für anhaltende Nichteinhaltung schnell vervielfachen können.
Sicherung der heimischen Automobilindustrie
Die Hauptmotive des Gesetzentwurfs sind nationale Sicherheit und wirtschaftlicher Protektionismus. Das Gesetz zielt darauf ab, die ursprünglich von Präsident Joe Biden im Januar 2025 erlassenen Vorschriften zu formalisieren, die bereits die Software und Hardware vernetzter Fahrzeuge im Zusammenhang mit China und Russland einschränkten. Indem der Gesetzgeber diese Beschränkungen von der Exekutivmaßnahme auf das Gesetzesrecht verlagert, beabsichtigt er, das Verbot für künftige Regierungen dauerhaft zu machen.
Der Abgeordnete Moolenaar argumentierte, dass die Maßnahme notwendig sei, um unfairen globalen Handelspraktiken entgegenzuwirken. „China betrügt in jeder Branche, und im Automobilbereich produziert es zu viele Fahrzeuge und Komponenten und verkauft sie billig, in der Hoffnung, dass dadurch unsere Unternehmen aus dem Geschäft gedrängt werden“, erklärte Moolenaar. Er behauptete außerdem, dass große chinesische Unternehmen wie CATL und BYD Zwangsarbeit einsetzen, um die amerikanischen Löhne zu unterbieten, und behauptete, dass solche Praktiken sowohl für US-Unternehmen als auch für kritische Infrastrukturen eine Bedrohung darstellten.
Warum das wichtig ist: Die Automobilindustrie verlagert sich schnell vom Maschinenbau hin zu softwaredefinierten Plattformen. Durch das Verbot „vernetzter“ Komponenten blockieren die USA effektiv die Integration chinesischer Technologie in die globale Lieferkette, selbst für nicht-chinesische Automarken, die andernfalls möglicherweise chinesische Batterien oder Softwarechips verwenden würden. Dies spiegelt einen breiteren geopolitischen Trend wider, Lieferketten zu „risikoarmen“ und der inländischen industriellen Sicherheit Vorrang vor Kosteneffizienz zu geben.
Der Gesetzentwurf signalisiert ein endgültiges Ende der Hoffnungen, dass innovative chinesische Elektrofahrzeuge oder -komponenten irgendwann auf dem US-Markt Fuß fassen könnten. Stattdessen verstärkt es eine Mauer, die darauf abzielt, inländische Hersteller und nationale Sicherheitsinteressen zu schützen, und wirft die Frage auf, wie globale Automobilhersteller ihre Lieferketten an diese strengen neuen Anforderungen anpassen werden.