Die britische Kanzlerin Rachel Reeves hat im Herbsthaushalt 2025 eine Reihe steuerlicher Änderungen vorgestellt, die erhebliche Auswirkungen auf Autofahrer haben werden, insbesondere auf diejenigen, die auf Elektrofahrzeuge (EVs) umsteigen. Der Haushalt befasst sich zwar mit Straßeninstandhaltung und Anreizen für Elektrofahrzeuge, führt aber auch neue Steuern und Anpassungen bestehender Regelungen ein, die die Automobillandschaft neu gestalten werden.

Neue Pay-per-Mile-Steuer für Elektrofahrzeuge

Ab April 2028 müssen Fahrer von Elektrofahrzeugen mit einer neuen Pay-per-Meile-Steuer rechnen, die den Rückgang der Treibstoffsteuereinnahmen ausgleichen soll, da immer mehr Fahrer auf Elektrofahrzeuge umsteigen. Die Steuer beträgt drei Pence pro gefahrener Meile über den Standardsatz der Kfz-Verbrauchssteuer (VED) hinaus und kostet den durchschnittlichen Fahrer möglicherweise 250 bis 300 £ pro Jahr. Auch Plug-in-Hybridfahrzeuge unterliegen dieser Steuer, allerdings zu einem niedrigeren Satz von eineinhalb Pence pro Meile.

Die Regierung hat die Durchsetzungsmethoden noch nicht geklärt. Zu den Optionen gehören die Verfolgung des Kilometerstands während der TÜV-Prüfungen oder die Selbsterklärung. Mit diesem Schritt soll sichergestellt werden, dass die Einnahmen stabil bleiben, wenn die Benzin- und Dieselverkäufe sinken. Die Einzelheiten der Umsetzung bleiben jedoch für die Durchführbarkeit von entscheidender Bedeutung.

Teure Kfz-Zuschlagsanpassungen

Um die Pay-per-Mile-Steuer teilweise auszugleichen, wird der Schwellenwert für den Expensive Car Supplement (ECS) – eine zusätzliche Gebühr für hochwertige Fahrzeuge – ab April 2026 von 40.000 £ auf 50.000 £ für Elektrofahrzeuge erhöht. Diese Anpassung könnte einigen Käufern von Elektrofahrzeugen zugute kommen, obwohl der Status der vor der Änderung zugelassenen Fahrzeuge ungewiss ist.

Treibstoffsteuerstopp verlängert, künftige Erhöhungen geplant

Die im Jahr 2022 eingeführte Senkung der Treibstoffsteuer um fünf Pence wird bis September 2026 verlängert, wobei das seit 2011 geltende Einfrieren beibehalten wird. Dies ist jedoch nur vorübergehend: Die Senkung wird nach September 2026 schrittweise „aufgehoben“, und die Treibstoffsteuer wird von 2027 bis 2028 jährlich mit der Inflation steigen.

Erweiterung der Zuschüsse für Elektroautos

Die Regierung wird 1,3 Milliarden Pfund in den Zuschuss für Elektroautos investieren und ihn bis März 2030 verlängern. Dieser Zuschuss, der zwischen 1.500 und 3.750 Pfund liegt, wird im Vereinigten Königreich gebaute Fahrzeuge priorisieren. Mit der Verlängerung sollen weitere Anreize für die Einführung von Elektrofahrzeugen geschaffen werden, die Kriterien des Programms konzentrieren sich jedoch weiterhin auf die inländische Produktion.

Anpassungen des Mobilitätsprogramms

Durch Änderungen am Motability-Programm wird der Zugang zu Premiumfahrzeugen von Marken wie Alfa Romeo, Audi, BMW, Mercedes-Benz und Lexus eingeschränkt. Dieser Schritt, den die Kanzlerin mit der Verhinderung der Subventionierung von Luxusautos für schutzbedürftige Personen begründet, steht im Einklang mit umfassenderen Maßnahmen gegen Invaliditätsleistungen. Insbesondere sind die Modelle Volvo und Polestar von diesen Kürzungen ausgenommen.

Erhöhte Mittel für Schlaglochreparaturen

Für die lokale Straßeninstandhaltung wurden zusätzliche Mittel bereitgestellt, die sich bis zum Ende der Parlamentsperiode auf 3,2 Milliarden Pfund verdoppelten. Diese Erhöhung wird teilweise durch Einnahmen aus der neuen Pay-per-Meile-Steuer für Elektrofahrzeuge finanziert und zielt darauf ab, die marode Straßeninfrastruktur im Vereinigten Königreich anzugehen, die schätzungsweise 17 Milliarden Pfund an Gesamtreparaturen erfordert.

Unterstützung für die Einführung von Ladegeräten für Elektrofahrzeuge

Die Regierung wird weitere 200 Millionen Pfund investieren, um den Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zu beschleunigen und so auf das Ziel von 300.000 Ladepunkten bis 2030 hinzuarbeiten. Auch die Entlastung der Gewerbetarife für Ladepunktbetreiber wird fortgesetzt, um Kostensteigerungen für Verbraucher zu verhindern.

Unterschiede bei den Ladekosten für Elektrofahrzeuge bleiben bestehen

Trotz der Anreize bleiben die öffentlichen Ladekosten für Elektrofahrzeuge aufgrund von Mehrwertsteuerunterschieden (20 % gegenüber 5 %) und der Rückerstattung der Installationskosten durch den Betreiber deutlich höher als für das Laden zu Hause. Der Haushalt berücksichtigt diese Ungleichheit nicht und führt dazu, dass Fahrer, die nicht zu Hause aufladen können, finanziell benachteiligt werden.

Der Herbsthaushalt 2025 stellt eine bedeutende Verschiebung der Automobilbesteuerung dar und bringt den Bedarf an Einnahmen mit Anreizen für die Einführung von Elektrofahrzeugen in Einklang. Die Pay-per-Mile-Steuer ist eine besonders bemerkenswerte Änderung, die Fragen zur Durchsetzung und ihren Auswirkungen auf das Fahrerverhalten aufwirft. Diese Maßnahmen werden den britischen Automobilmarkt umgestalten und sowohl die Verbraucherentscheidungen als auch die Branchendynamik beeinflussen.