Lexus bereitet die Markteinführung seines ersten dreireihigen Elektro-SUV in Großbritannien vor, mit dem Ziel, eine Nische im hart umkämpften Segment der Luxus-Familienautos zu erobern. Das neue Modell mit dem Namen Lexus TZ soll Anfang 2027 auf den Markt kommen und einen Startpreis von etwa 80.000 £ haben. Es wird etablierte Konkurrenten wie den Volvo EX90 und hochspezifizierte Versionen des Kia EV9 direkt herausfordern.

Während das Fahrzeug ausgeprägten japanischen Luxus und einen geräumigen Innenraum verspricht, ist die zugrunde liegende Technologie mit den Mainstream-Modellen von Toyota und Subaru identisch. Dies wirft die Frage auf, ob der Premiumpreis durch die Fahrdynamik und Effizienz gerechtfertigt ist, die offenbar hinter einigen europäischen Konkurrenten zurückbleiben.

Design und Abmessungen: Eine mutige Präsenz

Der Lexus TZ ist ein stattliches Fahrzeug mit einer Länge von 5,1 Metern und damit etwa 50 mm länger als der Volvo EX90. Sein Außendesign zeichnet sich durch scharfe, eckige Linien aus, die die robuste Ästhetik der Offroad-Reihe von Lexus, wie der GX- und LX-Modelle, nachahmen. Zu den wichtigsten Designmerkmalen gehören:

  • Frontprofil: Eine steile Nase und eine quadratische Motorhaube mit schlanken, modernen Lichtsignaturen.
  • Heckdesign: Blockige Elemente, ergänzt durch eine dünne Rücklichtleiste.
  • Radoptionen: Kunden können zwischen 20-Zoll- und 22-Zoll-Rädern wählen. Allerdings dürften sich die größeren 22-Zoll-Optionen aufgrund des erhöhten Rollwiderstands und Luftwiderstands negativ auf die elektrische Reichweite des Fahrzeugs auswirken.

Innenraum: Luxus trifft auf Praktikabilität

Im Inneren verfügt der TZ über eine 2-2-2-Sitzkonfiguration mit Kapitänsstühlen in der mittleren Reihe. Dieses Layout hat in Märkten wie den USA und China an Popularität gewonnen, da es den Passagieren in der mittleren Reihe im Vergleich zu herkömmlichen Sitzbänken ein eher autoähnliches, luxuriöses Erlebnis bietet.

Das Kabinendesign orientiert sich an der neuesten Innenraumgeneration von Lexus, die in Modellen wie der ES-Limousine zu sehen ist. Zu den Hauptmerkmalen gehören:

  • Digitale Schnittstellen: Ein schwebendes Fahrerdisplay gepaart mit einem zentralen 14,5-Zoll-Touchscreen.
  • Physische Bedienelemente: Während viele Tasten entfernt wurden, bleiben wichtige Klimaregler und ein Lautstärkeregler erhalten, womit ein häufiger Kritikpunkt an vollständig berührungsbasierten Schnittstellen behoben wird.
  • Ambiente: Hochwertige Materialien und Ambientebeleuchtung schaffen eine klare, moderne Umgebung, die den Innenraum von seinen Massenmarkt-Cousins ​​von Toyota abhebt.

Antriebsstrang und Leistung: Gemeinsame DNA, bescheidene Spezifikationen

Trotz des Premium-Brandings teilt der TZ seine Fahrwerks- und Batterietechnologie mit dem Toyota Highlander und dem Subaru Getaway. Diese Plattformfreigabe führt zu Spezifikationen, die konkurrenzfähig, aber nicht klassenführend sind.

  • Leistung: Ein vollelektrischer Antriebsstrang mit zwei Motoren leistet 402 PS. Das sind etwa 50 PS weniger als beim vergleichbaren Volvo EX90.
  • Batterie: Das Fahrzeug verwendet eine 95-kWh-Batterie, die kleiner ist als einige Konkurrenten.
  • Reichweite: Lexus gibt eine WLTP-Reichweite von 330 Meilen an. Dies liegt etwa 50 Meilen hinter dem Volvo EX90 und bietet nur eine geringfügige Verbesserung gegenüber dem älteren Kia EV9 mit zwei Motoren.
  • Beschleunigung: Die Zeit von 0 auf 100 km/h beträgt 5,4 Sekunden, was für einen Familien-SUV angemessen, aber nicht besonders sportlich ist.

Laden und Technologie: Durchschnittsgeschwindigkeiten im Zeitalter des Schnellladens

Ein Bereich, in dem die TZ möglicherweise Schwierigkeiten hat, technisch versierte Käufer zu beeindrucken, ist die Ladegeschwindigkeit. Eine Aufladung von 10–80 % dauert 35 Minuten. Das ist zwar sinnvoll, liegt aber hinter deutschen Herstellern zurück, die auf Ladegeschwindigkeiten von 400 kW drängen, und chinesischen Marken, die noch schnellere Technologien der nächsten Generation einführen.

Allerdings bietet der TZ einige einzigartige technologische Details:

  • Virtuelle Gangschaltung: Wird über Lenkradwippen gesteuert, sodass der Fahrer das Fahrerlebnis individuell anpassen kann.
  • Sounddesign: Fahrer können das akustische Profil des Fahrzeugs anpassen, einschließlich eines Modus, der vom legendären Supersportwagen Lexus LFA inspiriert ist.
  • Hinterradlenkung: Dieses System verbessert die Manövrierfähigkeit bei niedrigen Geschwindigkeiten und erleichtert das Handling des großen SUV auf engstem Raum.

Fazit

Der Lexus TZ stellt einen strategischen Einstieg in den Luxus-Elektro-SUV-Markt dar, bei dem Innenraumkomfort und Markenprestige Vorrang vor modernsten Leistungskennzahlen haben. Während seine Reichweite und Ladegeschwindigkeit im Vergleich zu europäischen Konkurrenten durchschnittlich sind, könnten sein geräumiger 2-2-2-Innenraum und sein markantes Design Familien ansprechen, die ein hochwertiges, praktisches Elektrofahrzeug suchen. Für Käufer, denen Luxus und Platz wichtiger sind als maximale Effizienz, bietet der TZ eine überzeugende, wenn auch technologisch konservative Option.