Porsche bereitet die Einstellung der Produktion der Version mit Verbrennungsmotor (ICE) des Macan vor, seines günstigsten und eines seiner meistverkauften Modelle. Das Unternehmen bestätigte kürzlich in einer Telefonkonferenz zu den Ergebnissen, dass die Produktion des benzinbetriebenen SUV in diesem Sommer eingestellt wird und strebt insbesondere den Juli 2026 als letzten Produktionsmonat an.

Dieser Schritt markiert einen bedeutenden Wandel für den Luxusautohersteller. Während der Macan-Typ durch sein Elektro-Pendant überleben wird, hinterlässt die Entscheidung eine erhebliche Lücke im Porsche-Portfolio für fast zwei Jahre, da ein direkter Benzin-Nachfolger erst 2028 auf den Markt kommen soll.

Das Ende einer Ära für Porsches Einstiegs-SUV

Der Macan war ein Eckpfeiler der modernen Erfolgsgeschichte von Porsche. Er wurde 2013 eingeführt und folgte dem großen Erfolg des Cayenne, der die Marke zuvor in den 2000er Jahren gerettet hatte. Im letzten Jahrzehnt wurden mehr als eine Million Macans gebaut, was den Kompakt-SUV zu einem entscheidenden Umsatzbringer machte.

Allein in den USA verkaufte Porsche im vergangenen Jahr 27.139 Macans. Obwohl das Unternehmen keine nach Antriebsstrang aufgeschlüsselten Verkaufsdaten veröffentlicht, deuten Branchenschätzungen darauf hin, dass die überwiegende Mehrheit dieser Einheiten von Benzinmotoren angetrieben wurde. Im Gegensatz dazu schätzt Cox Automotive, dass im Jahr 2025 in den USA nur 8.799 Macan Electric-Modelle verkauft wurden.

„Im Sommer 2026 wird die Produktion eingestellt, und im letzten Monat, der uns bleibt, produzieren wir so viel wie möglich“, sagte Porsche-Finanzvorstand Jochen Bruckner.

Diese Aussage unterstreicht die Dringlichkeit, mit der Porsche den Abbau der aktuellen Generation angeht, die zuletzt im Jahr 2022 eine Auffrischung erhielt. Der Autohersteller maximiert die Produktion in den letzten Monaten, um die verbleibende Nachfrage zu decken, bevor die Montagebänder für die ICE-Variante stillstehen.

Die elektrische Wende und die Marktrealität

Im Rahmen seiner umfassenderen Strategie zur Elektrifizierung seiner Produktpalette führte Porsche im Jahr 2024 neben dem Benzinmodell den Macan Electric ein. Die Produktion des Elektrofahrzeugs wird auch nach der Einstellung des Gasmodells weitergeführt, sodass die Marke Macan weiterhin aktiv bleibt.

Diese Verschiebung unterstreicht jedoch eine umfassendere Herausforderung, vor der die Luxusautomobilhersteller stehen: die langsamer als erwartete Einführung von Elektrofahrzeugen. Porsche hatte stark auf Elektrofahrzeuge gesetzt und einen stärkeren Anstieg der Nachfrage erwartet. Stattdessen ist die Präferenz der Verbraucher weiterhin stark auf traditionelle Verbrennungsmotoren und Hybridfahrzeuge ausgerichtet, insbesondere im Kompakt-SUV-Segment, in dem der Macan konkurriert.

Mit der Einstellung der Produktion des gasbetriebenen Macan ohne sofortigen Ersatz geht Porsche ein kalkuliertes Risiko ein. Das Unternehmen priorisiert seine langfristigen Elektrifizierungsziele und erkennt gleichzeitig an, dass die aktuelle Nachfrage nach Elektrofahrzeugen es noch nicht rechtfertigt, beide Antriebsstränge auf unbestimmte Zeit beizubehalten.

Eine zweijährige Lücke und Zukunftspläne

Die unmittelbarste Folge dieser Entscheidung ist ein möglicher Umsatzrückgang. Da von Mitte 2026 bis etwa 2028 kein benzinbetriebener Macan verfügbar ist, könnten die Verkaufszahlen von Porsche diese Lücke widerspiegeln. Das Unternehmen geht davon aus, dass dieser Zeitraum in seinen Umsatzberichten zu „roten Zahlen“ führen wird, da es einen wichtigen Volumentreiber in seiner zugänglichsten Preisklasse verliert.

Porsche hat einen Plan zur Behebung dieser Lücke skizziert. Ein Nachfolger des benzinbetriebenen Macan wird voraussichtlich im Jahr 2028 auf den Markt kommen. Dieses neue Modell wird voraussichtlich über reine Benzin- und Hybridantriebe verfügen, die auf der Premium Platform Combustion (PPC)-Architektur basieren, die mit dem neuesten Audi Q5 geteilt wird. Diese Plattform soll eine höhere Effizienz und Leistung für Verbrennungsmotoren bieten und damit die Absicht von Porsche signalisieren, im nicht-elektrischen Segment wettbewerbsfähig zu bleiben.

Fazit

Die Entscheidung von Porsche, die Produktion des benzinbetriebenen Macan einzustellen, spiegelt sein Engagement für die Elektrifizierung wider, auch wenn das Unternehmen sich in einem Markt bewegt, der nach wie vor zögert, Elektrofahrzeuge vollständig einzuführen. Die zweijährige Pause in der Benzin-Macan-Produktion stellt kurzfristig eine Herausforderung für den Absatz dar, doch der geplante Nachfolger für 2028 zielt darauf ab, mit aktualisierten Hybrid- und Verbrennungstechnologien Marktanteile zurückzugewinnen. Bis dahin wird der elektrische Macan allein der günstigste Einstiegspreis der Marke sein.