Ihr Autositz hegt wahrscheinlich einen Groll. Das Sitzen, das Schwanken, die besondere Art, sich im Stau zurechtzufinden – all das hinterlässt Spuren. Es geht nicht nur um Würde. Der Rücken schmerzt, die Wangen werden taub und die Polsterung merkt sich jede Kontur. In ein paar Jahren wird dieser Abdruck nicht nur eine Erinnerung sein. Es wird der Schlüssel sein, der Ihren Motor startet.

Forscher in Japan haben ein System entwickelt, das sich nicht um Ihren Schlüsselanhänger kümmert. Es kümmert sich um Ihre Gesäßmuskulatur.

So funktioniert das Butt-Print-Sicherheitssystem

Herkömmliche Diebstahlsicherungssysteme basieren auf etwas, das Sie besitzen oder wissen. Ein Code. Eine Fernbedienung. Eine Smartcard. Diese neue Methode basiert darauf, wer Sie sind. Insbesondere die Geometrie Ihres Unterkörpers.

Ein Team von Ingenieuren hat 360 Sensoren unter der Sitzoberfläche eingebettet. Diese Sensoren erfassen die Form und Größe des Gesäßes des Fahrers. Sie suchen nach einer Übereinstimmung mit einem gespeicherten Profil. Wenn der Scan nicht mit den Daten des registrierten Fahrers übereinstimmt, bleibt das Auto tot.

Der Anspruch liegt bei 98 Prozent Genauigkeit. Das klingt beeindruckend, bis man merkt, dass es noch nicht auf dem Markt ist. So haben Sie Zeit zur Vorbereitung. Oder verlieren.

Warum es so lange gedauert hat, bis Sitzsensoren so weit gekommen sind

Sitzsensoren sind nicht neu. Sie verstecken sich seit über 15 Jahren in Autos. Die meisten Menschen bemerken sie nicht, weil sie einem ruhigeren, gewalttätigeren Zweck dienen.

Airbags.

Intelligente Airbagsysteme entscheiden mithilfe von Sitzsensoren, ob sich ein Insasse dort befindet. Noch wichtiger ist, dass sie entscheiden, ob es sich bei dem Bewohner um einen Erwachsenen handelt. Erkennt der Sensor ein Kind oder einen leeren Sitz, schaltet er den Airbag entweder vollständig ab oder verringert seine Auslösekraft. Ein Einsatz mit voller Wucht gegen den Schädel eines Kindes sieht schlecht aus. Da kommt es auf Gewicht und Körperhaltung an.

Diese Systeme werden je nach Sitzposition angepasst. Nicht zum Wohlfühlen. Zum Überleben.

Von Komfort bis Sicherheit

Die Technologie musste ausgereift sein, bevor sie für Sicherheitszwecke eingesetzt werden konnte. In den letzten Jahren haben die Hersteller den Fokus von der Sicherheit auf den Komfort verlagert.

Fahrerspeichersysteme erschienen in Mittelklasse- und Oberklassemodellen. Sie drücken eine Taste an Ihrem Schlüsselanhänger. Der Sitz gleitet nach vorne. Die Spiegel passen sich an. Die Klimaregelung stellt Ihre Wunschtemperatur ein. Es löst den „Toilettensitz“-Streit zwischen Familienmitgliedern.

Es werden keine spezifischen Wangen identifiziert. Die Identität wird nicht überprüft. Es merkt sich lediglich die Einstellungen.

Dieses neue System verändert das Spiel. Es geht vom „Erinnern“ zum „Überprüfen“ über.

Das Datenschutzproblem

Es gibt keine öffentlichen Daten darüber, wie Ausnahmen behandelt werden. Was passiert, wenn ein Freund das Auto leiht? Was ist, wenn Sie jemanden ins Krankenhaus fahren müssen und dieser kein vorab registriertes Hintern-Profil hat?

Das System wirkt derzeit binär. Übereinstimmen. Keine Übereinstimmung. Kein Mittelweg.

Die meisten Leute werden es wahrscheinlich hassen. Oder sie lernen einfach, anders zu sitzen.

Die Zukunft des Autodiebstahls

Bis es auf die Straße kommt, werden noch ein paar Jahre vergehen. Die Technik ist real. Die Sensoren sind vorhanden. Die Logik ist fundiert.

Aber bedenken Sie die Auswirkungen. Ihr Auto kennt jetzt Ihre Form. Es speichert einen digitalen Fingerabdruck Ihres Hinterns. Wenn die Datenbank gehackt wird oder das Auto verkauft wird, werden diese Daten mit Ihnen übertragen. Oder es wird gelöscht. Wir wissen nicht welche.

Sitzsensoren waren ursprünglich Sicherheitsnetze. Sie entwickelten sich zu Komfortfunktionen. Jetzt werden sie zu Schlössern.

Wenn Sie das nächste Mal in Ihr Auto steigen, überprüfen Sie die Polsterung. Es hält dich nicht nur aufrecht. Es beobachtet dich.

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