BYD, ein führender chinesischer Automobilhersteller, hat bedeutende Exportaufträge aus Argentinien und Mexiko im Gesamtumfang von 100.000 Fahrzeugen erhalten. Dieser Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Unternehmen auf einem schwierigen Inlandsmarkt in China zurechtfindet, wo die Umsätze in letzter Zeit zurückgegangen sind.

Ausbau der Präsenz in Lateinamerika

Executive Vice President Stella Li gab am 13. März bekannt, dass das brasilianische Werk des Unternehmens die Bestellungen erfüllen wird, wobei 50.000 Fahrzeuge für Argentinien und weitere 50.000 für Mexiko geplant sind. Die brasilianische Produktion von BYD begann am 1. Juli 2025 und das Werk in Camaçari produziert derzeit 150.000 Fahrzeuge pro Jahr. Diese Kapazität soll schrittweise auf 600.000 Einheiten erhöht werden.

Das Werk wird sowohl Plug-in-Hybrid- als auch vollelektrische Fahrzeuge herstellen, darunter beliebte Modelle wie den Dolphin Mini, BYD King und Song Pro. Brasilien hat sich mit rund 113.000 verkauften Fahrzeugen im vergangenen Jahr bereits zu einem Schlüsselmarkt für BYD entwickelt und ist damit der größte internationale Markt des Unternehmens außerhalb Chinas. Der Absatz im Jahr 2024 erreichte 76.713 Fahrzeuge, ein deutlicher Anstieg von 327,68 % im Vergleich zu 2023.

Neue Investitionen in Forschung und Entwicklung

Um seine Präsenz in der Region weiter zu festigen, plant BYD, 300 Millionen brasilianische Reais (ca. 53 Millionen US-Dollar) in ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rio de Janeiro zu investieren. Der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen, die Fertigstellung ist für 2028 geplant. Der Schwerpunkt der Anlage liegt auf der Prüfung der Fahrzeugleistung, einschließlich Geschwindigkeit, Leistung und Ausdauer. Entscheidend ist auch die Erfassung tropischer Klimadaten, um die Technologien von BYD an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen.

Diese Investition unterstreicht das langfristige Engagement von BYD in Lateinamerika und seine Fähigkeit, sich an regionale Anforderungen anzupassen.

Inländische Herausforderungen treiben den Exportfokus voran

Der Anstieg der Exporte fällt mit einer Zeit intensiven Wettbewerbs in China zusammen, wo die BYD-Verkäufe im Januar im Jahresvergleich um 30 % auf 210.051 Einheiten zurückgingen. Der Export machte in diesem Monat fast die Hälfte des Gesamtabsatzes aus (100.428 Einheiten). Während die Verkäufe im Februar aufgrund des chinesischen Neujahrs natürlich geringer ausfielen, blieben die Exportmengen stark und übertrafen erneut die 100.000-Einheiten.

Um dem inländischen Gegenwind entgegenzuwirken, hat BYD eine neue Marke namens Linghui eingeführt, die speziell für Fahrvermittlungsdienste entwickelt wurde. Das Unternehmen hat außerdem seine Blade Battery-Technologie mit einer Version 2.0 aktualisiert. Daten aus den ersten beiden Monaten des Jahres 2025 zeigen, dass die Exporte von BYD bereits die Inlandsverkäufe übertroffen haben, was die Möglichkeit erhöht, dass die Auslandsverkäufe im gesamten Jahr die Inlandsverkäufe übersteigen könnten.

Schlussfolgerung:
BYD konzentriert sich strategisch auf internationale Märkte, insbesondere Lateinamerika, um rückläufige Umsätze in China auszugleichen. Diese Expansion, gepaart mit erheblichen Investitionen in lokale Forschung und Entwicklung, positioniert das Unternehmen für nachhaltiges Wachstum außerhalb seines Heimatmarktes. Der Trend, dass die Exporte die Inlandsverkäufe übertreffen, deutet auf einen grundlegenden Wandel im Geschäftsmodell von BYD hin, der sowohl Chancen als auch Notwendigkeiten in einer wettbewerbsintensiven globalen Landschaft widerspiegelt.

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