BMW wird weiterhin optionale Funktionen im Abonnement anbieten, jedoch keine kostenpflichtigen Upgrades für Leistung oder Reichweite von Elektrofahrzeugen (EV) einführen. Der deutsche Autohersteller geriet im Jahr 2022 in die Kritik, als er begann, für Funktionen wie Sitzheizung, die bereits physisch in Fahrzeugen eingebaut waren, zusätzliche Gebühren zu verlangen. Während einige Angebote später entfernt wurden, hat BMW seinen ConnectedDrive-Shop inzwischen um fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (ADAS), Lichtanimationen und sogar adaptive Federung erweitert – erhältlich für 29 US-Dollar pro Monat.

Auseinandersetzung mit früherer Kritik

Bei der Einführung des neuen Elektro-SUV iX3 räumte Alexandra Landers, Leiterin der Produktkommunikation bei BMW, anfängliche Fehltritte bei der Einführung des Abonnements ein. Konkret räumte sie ein, dass der Aufpreis für die Sitzheizung bei den Kunden schlecht ankomme. Landers verteidigte jedoch das umfassendere Konzept des abonnementbasierten Zugriffs auf Funktionen und argumentierte, dass Käufer dadurch die Vorauswahl teurer Optionen vermeiden könnten, die sie möglicherweise nicht benötigen.

Der Grund für die laufenden Kosten

BMW rechtfertigt das Abo-Modell mit den laufenden Betriebskosten, die mit bestimmten Funktionen verbunden sind. Beispielsweise sind Verkehrskamerainformationen, automatisches Parken und Echtzeit-Verkehrsaktualisierungen über den ConnectedDrive Store gegen monatliche oder jährliche Gebühren verfügbar. Landers erklärt, dass diese Dienste eine Cloud-Infrastruktur und Datenverarbeitung erfordern, die BMW nicht vollständig übernehmen möchte.

„Für die zusätzlichen ADAS-Systeme fallen auch Betriebskosten an. Wir haben die Cloud-Nutzung, und das ist ein Kostenfaktor. Wenn Sie sie also nutzen, müssen Sie dafür bezahlen.“

Das bedeutet, dass neue BMW-Fahrzeuge zwar über die notwendige Hardware für viele optionale Funktionen verfügen, deren Besitzer jedoch für die Aktivierung bezahlen müssen.

Leistungssteigerungen: Ein bewusster Ausschluss

Obwohl BMW die Möglichkeit von Leistungs- oder Reichweitensteigerungen als kostenpflichtige Upgrades prüft, hat sie diese vorerst ausgeschlossen. Landers erklärte, das Unternehmen sehe sich nicht als „Tuner“ und solche Upgrades seien nicht im Einklang mit seinem Geschäftsmodell. Das Unternehmen entschied sich dafür, künftige Elektrofahrzeuge wie den Neue Klasse iX3 mit ausreichend Leistung und Reichweite zu konzipieren, um Einschränkungen nach dem Kauf zu vermeiden. Als Begründung dafür, keine aufrüstbare Reichweite anzubieten, nennt BMW die Notwendigkeit realistischer Fahrszenarien – etwa bei langen Autobahnfahrten.

Branchentrend

BMW ist mit dieser Praxis nicht allein. Tesla bietet sein Full Self-Driving-System als Abonnement für 149 US-Dollar pro Monat an, während Mercedes-Benz und Toyota auch für vorinstallierte Funktionen Gebühren erheben. Das Abonnementmodell wird immer häufiger eingesetzt, da Autohersteller nach neuen Einnahmequellen und einer größeren Kontrolle über die Fahrzeugfunktionalität nach dem Verkauf suchen.

Diese Verschiebung wirft Fragen zu den langfristigen Betriebskosten auf und ob Verbraucher eine Zukunft akzeptieren werden, in der grundlegende Fahrzeugfunktionen hinter einer Paywall verschlossen sind.

Der anhaltende Ausbau von Abo-Modellen in der Automobilindustrie zeigt einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise, wie Autos verkauft und gewartet werden. Während BMW seinen Ansatz als flexibel verteidigt, unterstreicht es auch einen wachsenden Trend zu wiederkehrenden Einnahmequellen, die die Beziehung zwischen Automobilherstellern und ihren Kunden neu gestalten könnten.