Die Ford Motor Company hat für das Kalenderjahr 2025 einen unglaublichen Verlust von 8,2 Milliarden US-Dollar gemeldet – das schlechteste Finanzergebnis des Unternehmens seit der globalen Finanzkrise 2008. Dies ist der dritte Gesamtjahresverlust in den letzten sechs Jahren, obwohl ein Rekordumsatz von 187,3 Milliarden US-Dollar erzielt wurde. Die Verluste sind auf hohe Investitionen in Elektrofahrzeuge (EVs) in Verbindung mit steigenden Tarifkosten zurückzuführen.

Elektrofahrzeugsparte blutet Milliarden

Allein die Model-e-EV-Sparte des Unternehmens verzeichnete im Jahr 2025 einen EBIT-Verlust von 4,8 Milliarden US-Dollar, nachdem zuvor eine Abschreibung von 19,5 Milliarden US-Dollar auf EV-Investitionen angekündigt wurde. Dies führte zur Annullierung des elektrischen Ford F-150 Lightning und zu Verzögerungen bei anderen geplanten EV-Modellen. Die Entscheidung verdeutlicht die Herausforderungen, denen sich Automobilhersteller gegenübersehen, wenn sie angesichts der hohen Batteriekosten und des Wettbewerbsdrucks die Produktion von Elektrofahrzeugen profitabel skalieren wollen. Die Automobilindustrie befindet sich in einem rasanten Wandel und diese Verluste signalisieren, dass sich nicht alle Wetten auf die Elektrifizierung sofort auszahlen.

Handelshemmnisse erhöhen die finanzielle Belastung

Ford musste außerdem 2 Milliarden US-Dollar an Kosten aufgrund der im April 2025 eingeführten neuen US-Importzölle auf sich nehmen, die durch zusätzliche Teilezölle und Vergeltungsmaßnahmen noch verstärkt wurden. Die unerwarteten Tarifänderungen verhinderten, dass Ford auf die erwarteten Kostenausgleiche zugreifen konnte, was zu weiteren 900 Millionen US-Dollar an tarifbezogenen Ausgaben führte. CFO Sherry House rechnet für 2026 mit weiteren Zollkosten in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar sowie anhaltenden Verlusten bei Elektrofahrzeugen in Höhe von 4 bis 4,5 Milliarden US-Dollar.

Auswirkungen auf Einnahmen und Arbeit

Trotz des Gesamtverlusts deuten die Rekordeinnahmen von Ford auf eine starke Nachfrage nach seinen traditionellen Fahrzeugen hin. Die Ford F-Serie blieb die meistverkaufte Fahrzeugreihe in den USA, während der Ford Ranger zum dritten Mal in Folge den Verkauf in Australien dominierte. US-Gewerkschaftsarbeiter erhalten weiterhin eine Gewinnbeteiligung von 6780 USD, wenn auch weniger als in den Vorjahren.

Kostensenkung und Zukunftsstrategie

Ford hat die Kosten im Jahr 2025 bereits um 1,5 Milliarden US-Dollar gesenkt und plant, im Jahr 2026 um weitere 1 Milliarde US-Dollar zu senken. Das Unternehmen strebt an, bis 2029 eine bereinigte EBIT-Marge von 8 % zu erreichen, ein Ziel, das es durch die Nutzung der Beliebtheit von Hybridfahrzeugen und die Entwicklung der Technologie für Elektrofahrzeuge mit erweiterter Reichweite (EREV) erreichen möchte.

Der Autohersteller prüft außerdem Partnerschaften mit chinesischen Elektrofahrzeugmarken, um gemeinsame Fabriken in Europa zu errichten und so Zollbeschränkungen zu umgehen. Ford arbeitet gleichzeitig an fünf neuen „erschwinglichen“ Elektrofahrzeugmodellen, darunter einem günstigeren Pickup, nachdem sein Escape-SUV in den USA eingestellt wurde.

Die Kombination aus aggressiven Investitionen in Elektrofahrzeuge, Handelsgegenwind und strategischen Veränderungen bietet ein komplexes Bild für Ford. Während das Unternehmen unmittelbaren finanziellen Herausforderungen gegenübersteht, legt seine langfristige Strategie Wert auf Kostenkontrolle, Hybridtechnologie und internationale Partnerschaften, um sich in einer sich schnell entwickelnden Automobillandschaft zurechtzufinden.

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