Renault führt im Rahmen einer Auktion am 7. Dezember in der Nähe von Paris einen beispiellosen Verkauf von über 100 Fahrzeugen aus seiner Privatsammlung durch, darunter Konzeptautos, Rennmaschinen und Prototypen. Diese Veranstaltung stellt einen bedeutenden Wandel in der Art und Weise dar, wie Automobilhersteller ihre Geschichte verwalten, und bietet Enthusiasten die seltene Gelegenheit, Stücke des Automobilerbes zu besitzen.
Ein Museum steht zum Verkauf
Die von Artcurial Motorcars kuratierte Auktion präsentiert ein Spektrum der Vergangenheit von Renault. Von einer Nachbildung des Typ A von 1898 bis hin zu einem vollständig restaurierten Typ D von 1901 und einem Doppelphaeton vom Typ G von 1903 ist die frühe Automobilgeschichte gut vertreten. Der wahre Reiz des Verkaufs liegt jedoch in den neueren und ungewöhnlicheren Angeboten.
Exzentrische Kreationen und Prototypen
Zu den auffälligsten Objekten zählen der sechsrädrige Pickup auf Basis eines 2001er Renault Clio II, der von Werkslehrlingen gebaut wurde, und eine gepanzerte Renault 25 V6-Limousine von 1985. Ein weiteres Highlight ist der Renault 21 „Lévy und Goliath“ aus dem Jahr 1986 mit seinen zwölf Türen. Die Auktion umfasst auch Elektro-Umbauten klassischer Renault-Modelle sowie seltene Alpine-Modelle wie den GTA V6 Turbo und den A610 Evolution Le Mans.
Konzeptautos und Zukunftsvisionen
Renault verkauft außerdem eine Sammlung von Konzeptautos aus den 2000er Jahren zu Preisen zwischen 3.000 und 6.000 Euro. Obwohl diese Fahrzeuge nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind, stellen sie Designexperimente dar, die zukünftige Serienmodelle prägten. Die Produktpalette umfasst Konzepte auf LCV-Basis wie den Kango Break-Up von 2002 und den Trafic Deck-Up von 2004, die die abenteuerliche Seite von Renault zeigen. Viele davon entwickelten sich später zu Serienfahrzeugen, wie zum Beispiel der Modus, der Clio III, der Twingo II und der Alaskan Pickup.
Rennsport-Erbe zu sehen
Für Motorsportfans bietet die Auktion eine bemerkenswerte Auswahl an Rallye-Autos, Langstrecken-Rennwagen und 20 Formel-1-Einsitzern. Zu den Highlights zählen der in den 1970er-Jahren in Le Mans siegreiche Alpine A442 und das Laguna BTCC-Auto aus den 1990er-Jahren. Der unbestrittene Star ist der Williams-Renault FW19 von 1997, das Auto, das Jacques Villeneuve den Meistertitel sicherte und dessen Verkaufspreis auf 800.000 bis 1.200.000 Euro geschätzt wird.
Warum jetzt?
Die Entscheidung von Renault zum Verkauf ist Teil einer umfassenderen Anstrengung zur Konsolidierung seiner Traditionssparte. Der Autohersteller plant, bis 2027 ein neues Ausstellungszentrum in Flins-sur-Seine zu eröffnen, in dem mindestens ein Exemplar jedes seit 1898 produzierten Fahrzeugs ausgestellt wird. Dieser Verkauf rationalisiert die Sammlung und bietet Enthusiasten eine einzigartige Chance, Stücke der Automobilgeschichte zu erwerben und gleichzeitig sicherzustellen, dass das Erbe von Renault intakt bleibt.
Die Auktion umfasst 100 Fahrzeuge und 100 Automobilia-Lots, die ab dem 4. Dezember vor dem Verkauf am 7. Dezember besichtigt werden können. Der vollständige Katalog ist auf der offiziellen Website der Auktion verfügbar.
