Es sollte der Gewinner sein.

Der Name Aceman lässt auf Prahlerei schließen. Ein Triumph für die Marke. Ein Auto, das den Massenmarkt dominieren soll, ohne ins Schwitzen zu geraten. Aber nach 1.295 Meilen macht mein Rücken Beschwerden und ich zähle die Tage bis zum Termin bei meinem Physiotherapeuten herunter. Der Charme ist unbestreitbar, ja. Der Preis, nicht so sehr. Es könnte ein Bad Beat anstelle eines Handsiegs sein.

Die Hintergrundgeschichte

Ich bin jung genug, dass mir Nackenschmerzen theoretisch fremd sein sollten. Mitte Zwanzig, größtenteils unbesiegbar, oder?

Falsch.

Mein Körper befindet sich derzeit im Krieg mit diesem Auto. Es begann vor einem Jahr, ein langsamer Aufschwung, der mit dem neuesten Elektrozuwachs unserer Flotte in dieser Hassliebe gipfelte.

Falls Sie noch nicht mit dem MINI-Ökosystem verbunden sind: Der Aceman ist ein fünftüriges Elektrofahrzeug. Kein Benziner. Benzin-MINIs behalten ihre Schrägheckform. Das? Dieser trägt SUV-Kleidung. Eine à la mode -Silhouette, die direkt mit dem Ford Puma Gen-E konkurriert, einem der Bestseller seiner Klasse. Beide Marken wissen, wie man Kleinwagen zum Spaß macht.

Auf dem Papier verspricht der Aceman SE diese Freude. Es hat eine scharfe Lenkung. Er hat 215 PS, die sich beim Aufsetzen des Fußes verblüffend anfühlen. Es schreit danach, auf eine kurvenreiche Landstraße geworfen zu werden.

Ich freute mich darauf.

Ich habe mich geirrt.

Harte Sitze, sanfteres Bedauern

Der Puma schafft das Unmögliche: Fahrspaß gepaart mit echtem Komfort.

Ich brauchte keine lange Reise, um herauszufinden, dass der Aceman nicht den gleichen Trick hinbekommt. Nur eine Straße. Nur meine eigene Auffahrt.

Mein erstes Auto, ein Mini One von 2014, fühlte sich weniger wie ein Supermini an, sondern eher wie eine Hüpfburg auf Rädern. Die Federung war zwar fest, aber federnd. Lebhaft. Dieses Auto fühlt sich an wie eine Festung der anderen Art. Grundsolide. Kompromisslos.

Es handelt sich um ein Exklusivmodell. Geladen.

40.000 £. Augenweide.

Im Inneren erhalten Sie blaues veganes Leder in der Farbe „Dark Petrol“. Unverwechselbar? Absolut. Lohnt sich der Preis? Das Material legt ja nahe. Es passt zu passenden blauen Türverkleidungen. Ich wünschte, die Türen hätten mehr Polsterung für meinen Ellenbogen. Die Mittelarmlehne im Stil eines Bürostuhls ist viel weicher. Die Türgriffe sind härter als eine Betonplatte.

Das Tech-Tangle

Ein Lichtblick? Die Fahrersitzmassage.

Im Level-3-Optionspaket enthalten. Unverzichtbar auf längeren Fahrten, bei denen sich die Straßenunebenheiten direkt auf die Wirbelsäule übertragen. Der Knopf sitzt seitlich am Sitz. Intuitiv. Einfach.

Sitzheizung? Zweimaliges Tippen auf den runden 9,4-Zoll-Bildschirm. Der Bildschirm selbst ist lebendig und reaktionsschnell, aber die Interaktion fühlt sich an, als würde man nach Wasser greifen, wenn man durstig ist.

Die Effizienz ist mittelmäßig. Etwa 180 Meilen Reichweite bei voller nutzbarer Ladung von 49,2 kWh. Akzeptabel, wenn nicht sogar klassenführend.

Die Ladegeschwindigkeit lässt etwas zu wünschen übrig. 100 kW max. In Zeiten von Schnellladegeräten mit 150 kW oder mehr fühlt sich das gemächlich an. Ein langsamer Schluck aus dem Wasserhahn.

Lautes Fahren

Die Autobahn macht die Mängel des Pakets deutlich.

Wir haben die Exclusive-Ausstattung getestet, die auf verbesserten 19-Zoll-Leichtmetallfelgen rollt. Standard erhält 18 Sekunden. Die größeren Räder wackeln über Unebenheiten. Die Niederquerschnittsreifen dröhnen. Es ist eine Kakophonie.

Dann ist da noch der Wind. Die aufrechte Windschutzscheibe erzeugt bei hoher Geschwindigkeit ein deutliches Pfeifen.

Um damit klarzukommen, greife ich auf die Stereoanlage von Harman Kardon zurück. Sicherlich Teil des teuren Pakets, aber auch wirklich das beste Soundsystem in dieser Preisklasse. Es übertönt den Lärm. Es übertönt fast das Unbehagen.

Praktikabilität? Nicht wirklich

Beim Aceman punktet die Praktikabilität.

Der Kofferraum bietet 300 Liter.

Vergleichen Sie das mit den 556 Litern des Puma Gen-E. Das ist fast das Doppelte. Bei hochgeklappten Rücksitzen spielt man mit Resten.

Unter dem Glasschiebedach leidet die Kopffreiheit. Erwachsene Passagiere passen, sie sitzen einfach aufrecht und warten gespannt auf die nächste Bremsschwelle. Bis dieser Moment kommt, ist es passabel.

Dann kommt der Knall. Und alles ruckelt.

Ist es ein schreckliches Auto? Nein. Es ist schnell. Es sieht umwerfend aus. Die Designsprache ist pur MINI, kompromisslos und mutig. Aber es erfordert einen physischen Tribut für dieses Privileg.

„Der charakteristische Charme ist immer noch da“, bemerkte ein Rezensent und rieb sich den unteren Rücken.

Der Test dauert noch sechs Monate. Vielleicht klärt sich die Sperre. Vielleicht baue ich eine Schwielenbildung an meiner Wirbelsäule auf. Oder vielleicht ist der Preis einfach zu hoch für ein Auto, das Ihnen auf Schritt und Tritt Konkurrenz macht.

Das Urteil steht noch aus. Der Schmerz ist unmittelbar.

3,5/5

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