Das kommende Elektrofahrzeug EV2 von Kia zeigt laut aktuellen Prototypentests bemerkenswert konstante Leistung auch bei Minustemperaturen. Das kleinste Modell in der Elektrofahrzeugpalette von Kia behält bis zu 75 % seiner angegebenen Reichweite bei -20 °C (-4 °F) und trotzt damit einer üblichen Herausforderung für Elektrofahrzeuge.

Elektrofahrzeuge und kaltes Wetter: Ein bekanntes Problem

Elektrofahrzeuge leiden bei kaltem Wetter typischerweise unter einer Reichweitenverringerung aufgrund der erhöhten Batteriereibung und der für die Innenraumheizung benötigten Energie. Benzinautos werden bei Kälte auch weniger effizient und benötigen für einen optimalen Betrieb reichhaltigere Kraftstoffmischungen. Der EV2 von Kia scheint dies jedoch deutlich abzumildern.

Testergebnisse aus der Praxis

Der norwegische Automobilverband testete einen Vorserien-Kia EV2 GT-Line bei Temperaturen von bis zu -21 °C (-6 °F). Das Fahrzeug erreichte eine Reichweite von etwa 193 Meilen und lag damit nur 24,8 % unter seiner maximalen WLTP-Bewertung von 257 Meilen. Die leicht geringere Reichweite im Vergleich zum Basismodell Air (das 278 Meilen erreicht) ist wahrscheinlich auf die größeren 19-Zoll-Räder der GT-Line zurückzuführen.

„Dieses Ergebnis beweist, dass der EV2 auch bei extrem niedrigen Temperaturen eine zuverlässige Reichweite liefert“, erklärte Pablo Martinez Masip, Vizepräsident für Produkt und Markt bei Kia Europe. „Als Einstiegspunkt in die Elektromobilitätspalette von Kia müssen wir keine Kompromisse eingehen. Der EV2 bietet Kunden in ganz Europa einen erschwinglichen und dennoch zuverlässigen Einstieg in die Elektromobilität.“

Akku- und Ladedetails

Der Kia EV2 wird mit zwei Batterieoptionen erhältlich sein: einer 42,2-kWh-Einheit für das Standard Range-Modell (bis zu 195 Meilen Reichweite) und einer 61-kWh-Einheit für das Long Range-Modell (bis zu 278 Meilen). Beide Versionen verfügen über einen vorne montierten Elektromotor; Standard-Range-Fahrzeuge leisten 148 PS, während Long-Range-Varianten etwas weniger (138 PS) leisten, was wahrscheinlich auf maximale Effizienz optimiert ist. Das Schnellladen von 10 % auf 80 % wird voraussichtlich etwa 30 Minuten dauern, wobei der Prototyp den gleichen Ladevorgang selbst bei eisigen Bedingungen in 36 Minuten abschließt.

Marktposition und Preisgestaltung

Der Kia EV2 soll diesen Sommer auf den Markt kommen, mit einem voraussichtlichen Startpreis von etwa 25.000 £. Es schließt sich der wachsenden EV-Familie von Kia an, zu der die Modelle EV4, EV5 und PV5 gehören. Ob sich der EV2 für den Basis-Band-2-Zuschuss für Elektroautos (£1.500) qualifizieren wird, bleibt ungewiss, aber die Qualifikation würde ihn gegenüber Konkurrenten wie dem Renault 4 und dem Ford Puma Gen-E äußerst konkurrenzfähig machen.

Die robuste Leistung des EV2 bei kaltem Wetter in Kombination mit seiner erwarteten Erschwinglichkeit macht ihn zu einem starken Konkurrenten auf dem wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge. Kia legt bei seinem Einstiegs-Elektrofahrzeug eindeutig Wert auf Praktikabilität und Zuverlässigkeit und zieht damit potenziell eine breitere Kundenschicht an.

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