Nach über einem Jahrzehnt auf australischen Straßen ist der robuste SUV Toyota Fortuner in den Sonnenuntergang gefahren. Als Grund für die Abschaffung des sich langsam verkaufenden Fahrzeugs Mitte 2026 nannte Toyota Australia veränderte Kundenpräferenzen. Obwohl er eine engagierte Käuferschicht anzog, konnte der Fortuner nicht mit Konkurrenten wie dem Ford Everest und dem Isuzu MU-X mithalten.
„Fortuner war im Laufe der Jahre ein großartiges Produkt für uns und hat einen relativ kleinen, aber begeisterten Kundenstamm gefunden“, sagte Sean Hanley, Vizepräsident für Vertrieb und Marketing bei Toyota Australia. „Aber da sich die Vorlieben der Kunden in Australien veränderten, haben wir beschlossen, den Fortuner einzustellen.“
Das Unternehmen räumte ein, dass bestehende Fortuner-Besitzer auf andere Modelle ihrer Produktpalette umsteigen, insbesondere auf den beliebten HiLux ute, oder sich in größere SUVs wie den LandCruiser Prado und die LandCruiser 300-Serie wagen.
Der Fortuner wurde 2015 mit einem verlockenden Startpreis von unter 50.000 AUD auf den Markt gebracht und zielte darauf ab, Käufer zu gewinnen, die eine Dieselalternative zum reinen Benzin-SUV Kluger (jetzt ausschließlich als Hybrid erhältlich) suchen. Er teilte seine Basis mit dem HiLux und verfügte über einen leistungsstarken 2,8-Liter-Turbodieselmotor sowie Konfigurationen mit Heck- und Allradantrieb.
Preis und Wettbewerb
Aufgrund seiner wettbewerbsfähigen Preisstrategie lag der Fortuner unter dem Ford Everest, einem weiteren Neuling in Australien im Jahr 2015. Während sich beide Fahrzeuge an Käufer richteten, die Wert auf Geländetauglichkeit legten, positionierte Ford den Everest als gehobenere Alternative zu Toyotas etabliertem LandCruiser Prado.
Trotz seines niedrigeren Preises und der Vorteile des Dieselantriebs blieb der Fortuner bei den Verkaufszahlen durchweg hinter seinen Konkurrenten zurück. Sein bestes Jahr war 2022 mit 4.614 verkauften Einheiten, verglichen mit 10.314 beim Everest und 10.987 beim MU-X. Der Prado, der teurer war als beide, dominierte in diesem Jahr immer noch das Segment mit 20.710 Verkäufen.
Im Laufe seiner Lebensdauer in Australien (2016–2024) erzielte der Fortuner im Durchschnitt magere 3481 Jahresverkäufe und lag damit durchweg sogar hinter dem teureren LandCruiser Prado.
Toyotas Perspektive: Ein Nischenplayer mit Ziel
Toyota behauptet, dass der Fortuner seinen beabsichtigten Zweck in seinem Portfolio erfüllt habe. Obwohl er nicht als Verkaufsschlager wie der HiLux konzipiert war, hat er sich eine Nische unter Käufern erarbeitet, die bestimmte Eigenschaften suchen.
„Jedes Produkt, das wir auf den Markt bringen, spielt eine Rolle; Fortuner hatte eine Rolle, von der wir wussten, dass er niemals der meistverkaufte Toyota werden würde“, erklärte Hanley. „Er [der Fortuner] war in dem, was wir wollten, ein Erfolg, aber mit der Erweiterung des HiLux-Sortiments und der Rationalisierung des Produktangebots ist es für uns nur ein normaler Geschäftsfall.“
Die Entscheidung von Toyota unterstreicht die Dynamik des Automobilmarktes. Der Geschmack der Verbraucher verändert sich rasant: SUVs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, während traditionelle Kleinwagen weiterhin an Attraktivität gewinnen. Diese Verschiebung der Nachfrage zwingt die Hersteller dazu, schwierige Entscheidungen darüber zu treffen, welche Modelle in bestimmten Märkten weiterhin lebensfähig bleiben.
Die Einstellung des Fortuner macht deutlich, dass selbst etablierte Marken sich an veränderte Verbraucherpräferenzen anpassen und ihre Angebote optimieren müssen, um nachhaltig erfolgreich zu sein.
