Lotus ändert seine Strategie dahingehend, neben seinem vollelektrischen Angebot auch Plug-in-Hybrid-Modelle (PHEV) aufzunehmen, beginnend mit einer 710 kW (952 PS) starken Version des Eletre-SUV Anfang 2026. Dieser Schritt trägt der Tatsache Rechnung, dass Elektrofahrzeuge zwar wachsen, viele Luxuskäufer jedoch immer noch Hybridoptionen bevorzugen – insbesondere in Märkten mit langsamerer Einführung von Elektrofahrzeugen wie Italien, Spanien und Saudi-Arabien.
Warum das wichtig ist: Der Hybridmarkt bleibt stark
Bei der Entscheidung, PHEVs anzubieten, geht es nicht nur um die Wahl. Es geht um Rentabilität. Lotus verzeichnete in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 einen Betriebsverlust von 545 Millionen US-Dollar, wobei der Umsatz im Jahresvergleich um 40 % zurückging. Hybridmodelle können dazu beitragen, den Umsatz zu stabilisieren und gleichzeitig in Regionen zu expandieren, in denen vollelektrische Fahrzeuge noch nicht realisierbar sind. Dies ist eine pragmatische Reaktion auf die Marktrealitäten.
Leistung und Technologie
Der kommende Hybrid-Eletre wird über einen Hochleistungsantriebsstrang mit adaptiver Luftfederung und einem aktiven 48-Volt-Stabilisator für verbessertes Handling verfügen. Lotus gibt dank seiner 900-V-Elektroarchitektur eine kombinierte Reichweite von „über 1000 km“ mit Ladegeschwindigkeiten an, die mit denen eines Batteriewechsels vergleichbar sind. Während die Details des Verbrennungsmotors noch nicht bekannt gegeben wurden, handelt es sich wahrscheinlich um einen Vierzylinder mit Turbolader, ähnlich dem 660-kW-Aggregat, das im SUV Zeekr 9X von Geely zu finden ist.
Wettbewerbspositionierung
Lotus will direkt mit Bentley und Lamborghini konkurrieren, die beide beim PHEV-Verkauf große Erfolge erzielt haben. Berichten zufolge besteht die Produktion von Lamborghini zu 90 % aus PHEV, angeführt von der Urus SE. Mit dem Angebot eines Hochleistungshybrids hofft Lotus, einen Marktanteil zu erobern. Das Unternehmen macht seinen elektrischen Eletre bereits durch Preissenkungen (bis zu 49.000 US-Dollar) wettbewerbsfähiger, sodass der Grundpreis unter 200.000 US-Dollar liegt.
Zukunftspläne
Neben dem Hybrid-Eletre hat Lotus mindestens zwei weitere PHEV-Modelle in der Entwicklung, darunter ein kleineres SUV namens „Vision Da der Eletre bereits deutlich günstiger ist als ein Lamborghini Urus SE, dürfte die Hybridversion ein noch attraktiveres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
Die Entscheidung von Lotus, PHEVs einzuführen, ist ein kalkulierter Schritt in Richtung Rentabilität und größerer Marktreichweite, der sich an den Verbraucherpräferenzen und den geopolitischen Realitäten orientiert.










