Die Freizeitfahrzeugindustrie (RV) verspricht Freiheit: offene Straßen, Selbstversorgung und Flucht aus dem konventionellen Leben. Doch für viele bleibt die Realität hinter den Erwartungen zurück. Überfüllte Campingplätze, eingeschränkter Zugang und die schiere Unpraktikabilität, sich durch unwegsames Gelände zu bewegen, machen den Traum oft zunichte. Hunter RMV, gegründet von Keith Storey, geht diese Ungleichheit direkt an und baut robuste Offroad-Wohnmobile, die das Versprechen einer uneingeschränkten Erkundung wirklich einlösen.

Vom militärischen Überschuss zum luxuriösen Overlanding

Der Ursprung des Hunter RMV liegt in der Erkenntnis, dass die leistungsfähigsten Geländefahrzeuge bereits entwickelt wurden … vom US-Militär. Storeys Unternehmen wandelt schwere Militärlastwagen um und baut zunehmend von Grund auf, um Wohnmobile zu schaffen, die nicht nur unbefestigte Straßen meistern, sondern sie erobern. Der Firmenname „Repurised Military Vehicles“ spiegelt dieses Ethos wider. Bei dem Geschäftsmodell geht es nicht um Verbilligung, sondern um die Nutzung vorhandener Kapazitäten. Warum das Rad neu erfinden, wenn die Regierung bereits Millionen für die Entwicklung ausgegeben hat?

Im Inneren des Isuzu Predator XLE: Eine mobile Festung

Eines der Flaggschiffmodelle von Hunter RMV, der Isuzu Predator XLE, ist ein Beispiel für diesen Ansatz. Der Predator ist auf einem Isuzu FTR MT3-Chassis mit einem 6,7-Liter-Dieselmotor von Cummins aufgebaut und verfügt über 260 PS und ein Drehmoment von 660 lb-ft. Der Lkw verfügt über eine Meritor-Frontantriebsachse mit Sperrdifferentialen und ein Zwei-Gang-Verteilergetriebe, die von Tulsa Truck Manufacturing eingebaut wurden, was ihn zu einer beeindruckenden Maschine mit Allradantrieb macht.

Die eigentliche Innovation ist der 22 Fuß lange „Habitat“, der auf dem Fahrgestell montiert ist. Dazu gehören 18 Fuß Wohnfläche und eine 4 Fuß große Heckgarage, in der ein Abenteuermotorrad untergebracht werden kann (mit optionalem Lift). Der Aufstieg in die Kabine erfordert Geschicklichkeit, da der Lkw so hoch ist – der Boden befindet sich etwa 1,80 m über dem Boden. Im Inneren fühlt es sich an wie ein großer, leistungsfähiger Lkw mit Druckluftbremsen. Die Allison-Sechsgang-Automatik liefert die Leistung sanft, allerdings kann die Fahrt auf dem Asphalt aufgrund der schweren Federung holprig sein.

Jenseits des Campingplatzes: Wo sich dieses Wohnmobil auszeichnet

Die Fahrzeuge von Hunter RMV sind nicht für Resortparkplätze konzipiert; Sie sind für Orte gedacht, die andere Wohnmobile nicht erreichen können. Eine Testfahrt in der Nähe von Minden, Nevada, hat dies gezeigt. Der Predator meisterte mühelos steile Pfade, an denen ein herkömmliches Wohnmobil scheitern würde, und bewies damit seine wahre Geländetauglichkeit.

Der Zugang zu den Wohnräumen erfolgt über eine motorisierte Landeplattform und eine Treppe, die sich für unebenes Gelände eignet. Im Inneren bietet der Predator hochwertige Sonderanfertigungen, die qualitativ mit den Airstream-Innenräumen mithalten können. Die Kabine verfügt über eine motorisierte Queensize-Matratze, die an der Decke befestigt werden kann, eine U-förmige Essecke, die in ein Etagenbett umgewandelt werden kann, sowie Standard-Annehmlichkeiten für Wohnmobile wie eine Klimaanlage und eine Mikrowelle.

Gebaut für ein längeres Leben ohne Netzanschluss

Der Predator geht über den grundlegenden Komfort eines Wohnmobils hinaus. Zwei Kühl- und Gefrierschränke maximieren die Lebensmittelaufbewahrung, während eine Wasch- und Trocknerkombination für die Wäsche sorgt. Draußen gibt es einen ausziehbaren Grillbereich mit einem Traeger-Räucherofen und einem Flachkocher. Eine Komposttoilette von Nature’s Head macht Fäkalientanks überflüssig und bereitet Offroad-Reisenden große Kopfschmerzen.

Das Dach ist mit über 1.000 Watt Solarpaneelen bedeckt, die eine 10-kWh-Batterie versorgen. Ein optionaler 100-Gallonen-Kraftstofftank sorgt für eine Reichweite von bis zu 1.000 Meilen. Die Wasserkapazität beträgt respektable 110 Gallonen, obwohl einfallsreiche Abenteurer möglicherweise natürliche Quellen als Ergänzung benötigen.

Preis und praktische Aspekte

Der Isuzu Predator XLE startet bei 545.000 US-Dollar. Die kleineren Acela-Modelle kosten zwischen 225.000 und 275.000 US-Dollar, während der Apex mit Sechsradantrieb bei 495.000 US-Dollar beginnt. Die Finanzierung kann angesichts der unkonventionellen Natur der Fahrzeuge und möglicher Titelprobleme eine Herausforderung darstellen (einige Acelas werden nach ihrem ursprünglichen Militärdienstdatum benannt). Bargeld ist die einfachste Zahlungsmethode.

Letztendlich hält Hunter RMV das Versprechen einer echten netzunabhängigen Erkundung. Für diejenigen, die bereit sind, die Prämie zu zahlen, ist der Kompromiss – eine private, spektakuläre Aussicht von einem Fahrzeug aus, das dorthin gelangen kann – die Investition wert.

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