Der Wind ändert in Stuttgart die Richtung.
Porsche verspürt nicht nur einen Luftzug. Sie bereitet sich auf einen Sturm vor, und die Gewerkschaftsführer haben bereits grünes Licht gegeben. Laut Automotive News hat der Aufsichtsrat, der zur Hälfte aus Arbeitnehmervertretern besteht, dem Vorschlag von CEO Michael Leiters zugestimmt, weitere 5.000 Stellen in Deutschland abzubauen.
Dies ist nicht das erste Mal, dass die Axt fällt. Zuvor hatte das Unternehmen dem Abbau von 3.900 Stellen zugestimmt. Nun, da in Deutschland immer noch rund 23.000 Arbeitnehmer beschäftigt sind, geht das Blutvergießen weiter.
Wer verliert seinen Schreibtisch bei Porsche?
Es werden nicht nur Fabrikarbeiter sein.
Am härtesten trifft es die Verwaltungsfunktionen sowie Forschung und Entwicklung. Konkret das Entwicklungszentrum Weissach außerhalb von Stuttgart. Hier passiert normalerweise die technische Magie, aber jetzt ist die Logik kalt. Durch die Vereinfachung von Produktausstattungen und Modellreihen benötigt Porsche laut Porsche weniger Ingenieure.
Leiters hat bestätigt, dass auch die Managementebenen gekürzt werden. Leitende Führungskräfte. Mittleres Management. Die Reihen lichten sich.
Warum baut Porsche im Jahr 2024 Stellen ab?
Schauen Sie sich die Verkaufszahlen an. Sie erzählen eine brutale Geschichte.
Im Jahr 2023 verkaufte Porsche eine Rekordzahl von 320 Exemplaren, die Gewinnmargen waren zweistellig. Dann kam die Realität. China, ein riesiger Markt für Premium-Elektrofahrzeuge, verlangsamte sich stark.
„Ein starker Umsatzrückgang“ erklärt den Sparkurs.
In diesem Jahr rechnet Porsche damit, nur etwa 250.000 Fahrzeuge zu verkaufen. Ein Rückgang um 70.000 gegenüber dem Vorjahr. Selbst im Jahr 2022 wurden 279.499 Exemplare verkauft. Die Flugbahn ist klar.
Finanziell wird die Marke weiterhin schwarze Zahlen schreiben. Es wird mit einer operativen Gewinnmarge von 5,5 bis 7,5 Prozent gerechnet. Für den Mutterkonzern Volkswagen wäre das vielleicht akzeptabel. Für Porsche? Es ist eine Beleidigung.
Die Marke konnte einst zweistellige Margen vorweisen. Leiters will diese zurück. Mittelfristig strebt er eine Marge von 15 Prozent an. Wie? Durch Kostensenkung und Einführung neuer Produkte. Einige dieser Produkte könnten Anfang Oktober bei einem Strategiebriefing vorgestellt werden.
Die Lücke in der Aufstellung und was als nächstes kommt
Hier liegt das Problem der Vereinfachung. Sie schaffen Lücken.
Die Produktion des Macan der ersten Generation endet in diesem Monat. Die zweite Generation ist rein elektrisch. Aber warten Sie – Porsche hat im Juli gerade einen Nachfolger für den Benzin-Macan genehmigt. Es kommt im Jahr 2028 auf den Markt. Es basiert stark auf dem Audi Q5.
Bis 2028 herrscht also eine Lücke.
Um es zu stopfen, schaltet Porsche den Gang um. Im vergangenen September kündigten sie an, dass das neue dreireihige Flaggschiff-SUV (im Grunde der große Bruder des Macan) Benzin- und Plug-in-Hybride und nicht nur Elektrofahrzeuge unterstützen würde. Sie versprachen auch leistungsstarke Benzinoptionen für die lange aufgeschobene 718 EV-Reihe.
Es fühlt sich an wie ein Korrekturkurs. Zu schnell auf Elektro umsteigen? Vielleicht.
Doch während sie hier Hybridoptionen hinzufügen, deuten Berichte von Bild darauf hin, dass sie bereit sind, anderswo Abstriche zu machen. Der Taycan? Möglicherweise verschwunden. Das Cayenne Coupé? Auch gefährdet. Und diese Verbrennungsversionen des 718 der nächsten Generation? Sie werden vielleicht nie das Licht der Welt erblicken.
Es ist eine verwirrende Mischung aus dem Hinzufügen von Benzin und dem Abschalten von Elektrofahrzeugen.
Oder vielleicht geht es einfach nur ums Überleben.
Wenn die Margen sinken und China seinen Geldbeutel verschließt, hört man auf, sich um das perfekte Portfolio zu kümmern. Sie beginnen, sich um das Endergebnis zu kümmern.
Der Wind ist immer noch kalt.
Wird das nächste Modell die Marke retten?
Oder werden es noch einmal 5.000 sein?











