Der Automobilmarkt steht vor einer plötzlichen Preisverschiebung nach oben. Während der März traditionell ein stagnierender Monat für die Branche ist, zeigen aktuelle Daten einen deutlichen Anstieg der Großhandelspreise für Gebrauchtwagen und erreichen den höchsten Stand seit Sommer 2023. Dieser Trend findet vor dem Hintergrund eines breiteren wirtschaftlichen Drucks statt, einschließlich steigender Neuwagenkosten, möglicher Zölle und schwankender Kraftstoffpreise.
Der Großhandelsschub: Was die Daten zeigen
Laut dem neuesten Bericht von Cox Automotive stieg der Manheim Used Vehicle Value Index im März auf 215,3. Dies entspricht einem Anstieg von 6,2 % gegenüber dem Vorjahr und einem Anstieg von 1,4 % gegenüber Februar.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Zahlen Großhandelspreise widerspiegeln – die Preise, die Händler einander bei Auktionen zahlen. Folglich werden die Einzelhandelspreise, die normale Verbraucher bei Händlern zahlen, wahrscheinlich noch höher sein.
Mehrere Faktoren treiben diese Dynamik voran:
– Erhöhte Nachfrage: Steuerrückerstattungen zu Beginn des Jahres haben die Kaufkraft der Verbraucher gestärkt und die Nachfrage hoch gehalten.
– Hohe Conversion-Raten: Die Verkaufs-Conversion-Rate – die Häufigkeit, mit der Auktionsangebote verkauft werden – erreichte 68,2 %. Dies liegt deutlich über dem historischen Durchschnitt, was darauf hindeutet, dass die Händler aggressiv um begrenzte Lagerbestände konkurrieren.
– Bestandsengpass: Das Großhandelsangebot beträgt derzeit nur 24,5 Tage, während der Einzelhandelsbestand unter die 40-Tage-Marke gefallen ist.
Dieser „Squeeze“ wird durch einen Rückgang der Neuwagenverkäufe verschärft, was wiederum das Volumen der Inzahlungnahmen auf dem Gebrauchtmarkt verringert.
Die Ausnahme für Elektrofahrzeuge
Während der gesamte Gebrauchtwagenmarkt im Aufwärtstrend ist, überholen Elektrofahrzeuge (EVs) die Modelle mit Verbrennungsmotor. Obwohl in jüngster Zeit ein Zustrom von Elektrofahrzeugen ohne Leasing auf den Markt kam, ist ihr Wert schneller gestiegen als der von benzinbetriebenen Alternativen.
Der EV-Index verzeichnete einen Anstieg von 7,9 % im Jahresvergleich und einen Anstieg von 3,7 % seit Februar. Dieser Trend wird wahrscheinlich durch zwei Haupttreiber angetrieben:
1. Kraftstoffkosten: Da die Benzinpreise über 4 US-Dollar pro Gallone liegen, setzen immer mehr Verbraucher auf Elektrifizierung, um die langfristigen Fahrkosten zu senken.
2. Wachstum im Luxussegment: High-End-Elektromodelle führen derzeit den Preisanstieg an, obwohl in allen Fahrzeugsegmenten ein Wachstum zu verzeichnen ist.
Wirtschaftsaussichten und Widerstandsfähigkeit
Trotz der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Energiekosten deuten die aktuellen Daten auf eine robuste US-Wirtschaft hin.
„Während wir uns dem Sommer nähern, gehen wir davon aus, dass sich die Manheim-Werte behaupten werden, da in diesem Jahr noch viel mehr Verbraucher ihre Steuererklärungen einreichen müssen.“
— Jeremy Robb, Chefökonom bei Cox Automotive
Während Ökonomen auf Anzeichen einer Ermüdung der Verbraucher achten, deutet die aktuelle Kombination aus hoher Nachfrage und knappem Angebot darauf hin, dass die „Preisuntergrenze“ für Gebrauchtfahrzeuge im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen ist.
Zusammenfassung: Eine Kombination aus knappen Lagerbeständen, hoher Verbrauchernachfrage aufgrund von Steuerrückerstattungen und einem raschen Anstieg der Bewertungen von Elektrofahrzeugen treibt die Gebrauchtwagenpreise auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr.